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Start Informationen/Aktuelles Oberschule Dörpen sagt Direktor „Blacky“ Ade

Oberschule Dörpen sagt Direktor „Blacky“ Ade

 

 

Wenn die Schüler im nördlichen Emsland am Freitag ihre Halbjahreszeugnisse entgegennehmen, geht an der Oberschule Dörpen eine Ära zu Ende. Nach über 25 Jahren als Schulleiter wechselt Oberschuldirektor Bernhard Schwarz in den Ruhestand. In einem mehr als zweistündigen, unterhaltsamen Festakt würdigten am Donnerstag zahlreiche Weggefährten die Verdienste des Aschendorfers um die Entwicklung des Schulstandortes und der Bildungsqualität in Dörpen.

Über die Amtsnachfolge von Schwarz, den viele Menschen in seinem persönlichen Umfeld seit Jahrzehnten „Blacky“ nennen, ist nach den Worten von Regierungsschuldirektorin Karen Mull nach wie vor nicht entschieden. Das bestätigte die Vertreterin der Landesschulbehörde am Rande der Veranstaltung auf Nachfrage unserer Redaktion. Demnach übernimmt vorübergehend die stellvertretende Schulleiterin Mathilde Uhlenberg die Geschäfte. Die Entscheidung über die künftige Besetzung des hochrangigen Postens, für den es nach Informationen unserer Redaktion zwei Bewerber gibt, obliege dem Kultusministerium, erklärte Mull. Dem Vernehmen nach soll sie im März getroffen werden.

Der Dörpener Samtgemeindebürgermeister Hermann Wocken (CDU) zollte Schwarz „Lob, Dank und Anerkennung für alles, was du an dieser Schule geleistet hast“. Die Bewertung eines Schulleiters speise sich vor allem dadurch, wie sich seine Schule entwickelt habe. In diesem Zusammenhang verwies Wocken auf das Ergebnis der Schulinspektion aus dem Jahr 2011, wonach die Oberschule Dörpen mit ihren rund 800 Schülern und mehr als 50 Lehrern dank ihrer hohen Bildungsqualität und eines überzeugenden Bildungsangebotes zu den besten in ganz Niedersachsen zähle.

Regierungsschuldirektorin Mull bescheinigte Schwarz, der nach seinem Studium an der Pädagogischen Hochschule Vechta 1974 in Aschendorf als Junglehrer seine erste Stelle antrat, durch sein Wirken Spuren hinterlassen zu haben. Sie hob unter anderem sein zusätzliches Engagement bei der Qualifizierung neu ernannter Schulleiter hervor und stellte fest, das sich Schwarz den Herausforderungen in seinem Amt stets gestellt habe – „sofern die Veränderungen mit eigenen Vorstellungen übereinstimmten“.

Wie klar der scheidende Schulleiter Zuständigkeitsbereiche offenbar abzugrenzen pflegte, machte Mull anhand einer Anekdote über ihre erste Begegnung mit Schwarz deutlich. In seinem Dienstzimmer hätten sie ein „tolles Setting“ mit Kaffee und Brötchen, aber auch klare Worte erwartet. „Sie sind immer herzlich eingeladen. Aber eigentlich brauche ich Sie gar nicht – nur für die Personalplanung, damit ich immer genug Lehrer habe“, habe Schwarz seinerzeit zu ihr gesagt. Mull, die in ihrer Laudatio mehrfach Parallelen zu Schwarz’ großen Leidenschaften Camping und Fußball zog, würdigte den Pädagogen als eine „anerkannte Institution, die Angriffe von außen – manchmal auch locker – abgeschüttelt hat“.

Vom Ich zum Wir

Landtagspräsident Bernd Busemann nannte Schwarz einen idealtypischen Lehrer, Pädagogen und Schulleiter, der ein Glücksgriff für den Schulstandort Dörpen gewesen sei, der sich auch dank eines engagierten Kollegiums heute mehr als sehen lassen könne. Das sei nicht immer so gewesen, betonte Busemann und erinnerte an Zeiten mit zahlreichen Schulabgängern ohne Abschluss sowie an „hochpolitisch“ umstrittene Debatten um die Errichtung des Schulzentrums in zwei großen Bauabschnitten für einen zweistelligen Millionen-D-Mark-Betrag in den 1970er-Jahren.

Im Hinblick auf rückläufige Schülerzahlen warnte Busemann vor einer voreiligen Schließung kleinerer Grundschulstandorte, wie es sie auch in der Samtgemeinde Dörpen gibt. Kritische Worte fand er auch zum Thema Inklusion. Dass anerkannt gut geführte Förderschulen sozusagen über Nacht geschlossen würden, sei nicht nachvollziehbar.

Die stellvertretende Schulleiterin Mathilde Uhlenberg hob vor allem die „menschlich-kollegiale Art“ ihres Vorgesetzten hervor. Er sei stets ein höchst kompetenter Ansprechpartner gewesen und habe vielen Kollegen den Rücken gestärkt – auch, wenn es um persönliche Probleme ging.

Schwarz selbst nannte in einer Abschlusspräsentation die Entwicklung der Schule zur Eigenverantwortlichkeit im Jahr 2007 rückblickend als eine der wichtigsten schulpolitischen Entscheidungen. Es habe sich gelohnt, das Thema Schulqualität gemeinsam und aktiv anzupacken, betonte Schwarz. Eine seiner beliebtesten Thesen: „Weg vom ,Ich und meine Klasse‘ hin zum ,Wir und unsere Schule‘“.

Für musikalische und schauspielerische Einlagen während des Festaktes sorgten verschiedene Schülergruppen. Das Kollegium überraschte mit einer launig-anspruchsvollen auf ihren Chef gemünzten Interpretation des Achim-Reichel-Hits „Aloha he“ („Blacky ade“).

 
 
 (Quelle NOZ-Online 29.01.15)

 
 

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